DIE STADT LUGANO

DIE STADT LUGANO


Stadtwappen von Lugano.

Wichtiges in Kürze:

  • Kanton: Tessin
  • Höhe: 275 m über Meer
  • Fläche: ca. 76 km²
  • Einwohner: 63‘932 (Stand Dez. 2016)
  • Bevölkerungsdichte: 843 Einwohner je km²
  • Stadtpräsident: Marco Borradori (Lega)
  • Webseite der Stadt: https://www.lugano.ch/


Wappen vom Kanton Tessin.

Allgemein:

Lugano ist eine Stadt im italienischsprachigen Kanton Tessin im Süden der Schweiz. Der schweizerisch-mediterrane Kulturmix ähnelt dem in der norditalienischen Lombardei. Die Mischung zeigt sich sowohl in der Architektur als auch in der Küche. Die Stadt liegt am Nordufer des Luganersees, eines Gletschersees inmitten der Berge. Der zentrale Platz Piazza della Riforma wird von pastellfarbenen klassizistischen Palazzi gesäumt. Sie liegt im Sottoceneri und ist die grösste des Kantons. Lugano ist in die Kreise Lugano West, Lugano Ost und seit 2013 auch Lugano Nord gegliedert. Die Stadt ist nach Zürich und Genf der drittgrösste Finanzplatz der Schweiz. Seit den Eingemeindungen von Pregassona (2004), dann Barbengo, Carabbia und Villa Luganese im Jahr 2008 und von Bogno, Cadro, Carona, Certara, Cimadera, Sonvico und Val Colla im Jahr 2013 ist Lugano flächenmässig die siebtgrösste Schweizer Stadt, belegt den neunten Platz hinsichtlich der Einwohnerzahl und den zehnten Platz bezüglich der vorhandenen Arbeitsplätze.

Die Buchstaben LVGA im Wappen stehen für die Anfangsbuchstaben des Ortsnamens. Die Stadt ist die grösste italienischsprachige politische Gemeinde ausserhalb Italiens

Geografie:


Schweizer Karte, hervorgehobene Stadt ist Lugano.

Lugano liegt am Luganersee (italienisch Lago di Lugano, in Italien Lago Ceresio) und ist umgeben von den drei Aussichtsbergen Monte Brè (925 m) im Osten, Monte San Salvatore (912 m) im Westen und dem Sighignola (1314 m) (am gegenüberliegenden Seeufer), dessen Gipfel Balcone d’Italia bereits auf italienischem Boden liegt

Geschichte:

Aufgrund einiger Bodenfunde und im Raum Lugano aufgefundener Grabinschriften ist anzunehmen, dass das Gebiet um Lugano von Lepontiern besiedelt war. Im Jahr 875 wird Lugano erstmals urkundlich erwähnt; die Namensformen lauteten erst Luanasco, dann Luano.

Im Mittelalter war Lugano jahrhundertelang von Konflikten zwischen Como und Mailand betroffen, da diese oft auf Schlachtfeldern ausgetragen wurden, die auf dem Gebiet des heutigen Kantons Tessin liegen. In der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts gelangte die Stadt unter die Herrschaft der Mailänder Visconti. Später wurde sie von französischen Söldnern besetzt, die 1513 ihrerseits von den Eidgenossen vertrieben wurden; seither stand Lugano unter eidgenössischer Herrschaft. Mit dem Einrücken französischer Revolutionstruppen 1798 in das Gebiet der Eidgenossenschaft endete der Untertanenstatus des Tessins, und Lugano wurde für einige Jahre zum Hauptort des Kantons Lugano der Helvetischen Republik. 1803 kam Lugano zum Kanton Tessin, dessen Hauptort bis 1878 alle sechs Jahre zwischen Bellinzona, Locarno und Lugano wechselt.


Ausschnitt der Seepromenade in Lugano.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:

Die Gemeinde beherbergt das Studio des Schweizer Radios der italienischen Sprache RSI und das Orchestra della Svizzera italiana (OSI), das aus dem 1935 gegründeten RSI Orchestra hervorgegangen ist. Lugano ist Sitz verschiedener freier Theatergruppen, die sowohl in Lugano und im Tessin, als auch schweiz- und weltweit aktiv sind, u. a. Teatro Pan, Markus Zohner Theater Compagnie, Teatro Sunil, Teatro delle Radici. Zusätzlich finden in Lugano auch zahlreiche Festivals stat, die einen grossen Bekantheitsgrad haben.

International bekannt ist das seit 1979 veranstaltete Estival Jazz, die grösste Jazz-Veranstaltung Europas.

Estival Jazz wird ein grosses Sommerfest auf Luganos Piazza.

1956 fand in Lugano unter dem Titel Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea die erste Ausgabe des Eurovision Song Contest statt. Berühmt ist auch das Progetto Martha Argerich unter der Leitung der weltbekannten Pianistin Martha Argerich.

Progetto Martha Argerich.

Die Schweizerische Nationalphonothek (Fonoteca Nazionale Svizzera), gegründet 1987, befindet sich ebenfalls in Lugano.

Schweizerische Nationalphonothek in Lugano.

Berühmte Persönlichkeiten:

Gilberto Agustoni (1922-2017)

Entstammte einer tief im katholischen Glauben verwurzelten Familie, von deren fünf Söhnen drei das Sakrament der Priesterweihe empfingen. Nach seiner Schulzeit in Schaffhausen und Lugano studierte er zunächst in Rom, dann wegen des Zweiten Weltkrieges in Freiburg Philosophie und Theologie. Er schloss sein Studium mit der Promotion im Fachbereich Theologie ab und wurde im Jahre 1946 zum Priester geweiht. 1994 nahm ihn Johannes Paul II. als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie Santi Urbano e Lorenzo a Prima Porta in das Kardinalskollegium auf. Am 24. Februar 2005 wurde er unter Beibehaltung seiner Titeldiakonie zum Kardinalpriester erhoben.

Gilberto Agustoni (1922-2017)

Enrico Celio (1898-1980)

War im Tessiner Kantonsrat. 1921 begann er an der Universität Freiburg Rechtswissenschaften zu studieren. Er schloss mit Lizentiat ab und besass in Biasca eine Anwaltskanzlei. Dreimal vertrat er den Kanton Tessin im Nationalrat. Als Sataast- resp. Regierungsrat leitete er das kantonale Erziehungs- und Polizeidepartement. So wurde 22. Februar 1940 im 2. Wahlgang in den Bundesrat gewählt. Im Jahre 1950 gab er sein Amt ab. Celio war Bundespräsident in den Jahren 1943 und 1948 sowie Vizepräsident in den Jahren 1942 und 1947.

Enrico Celio (1898-1980)

Rino Tami (1908-1994)

Rino Tami besuchte diverse Schulen in Lugano und die höhere Architekturschule in Rom. 1934 bis 1935 studierte er an der ETH Zürich Architektur. Von 1957 – 1961 war er Professor an der ETH Zürich.

Sein erstes Bauwerk war die Kirche del Sacro Cuore in Bellinzona. Von seinen späteren Arbeiten sind vor allem die Tessiner Kantonsbibliothek in Lugano, das Lagerhaus ser Usegoin Bironico und der Hauptsitz der Tessiner Radiogesellschaft zu erwähnen. Von 1960 bis 1983 wirkte Tami als architektonischer Berater beim Bau der Nationalstrassen im Kanto Tessin mit. Er schuf vor allem die imposanten Portale der Autobahntunnel A2 Melide und am Gotthard.

Rino Tami (1908-1994)

Literaturquellen:

Bildquellen:

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